Gulag in Nordkorea

Eigentlich sollte man denken, dass der Gulag, eine perfide Art des staatlichen Repressionssystems, der Vergangenheit angehört, aber der Gulag existiert immer noch in Form von Vernichtungslagern, Zwangsarbeitkonzentrationslagern, Foltereinrichtungsgefängnissen in Nordkorea.
Die Angaben, wie viele es von diesen menschenverachtenden Orten gibt, schwanken, zu wenig verlässliche Informationen dringen aus jenem unwirklich erscheinenden Land mit seinem bizarren Führerkult.
Das ganze Volk verharrt sein Jahrzehnten in Geiselhaft, in Denkversklavung dienstbar gehalten und an einen Bewunderungszwang für seine regierenden Götter geknebelt. Wer sich dieser Gleichschaltung nur ansatzweise widersetzt oder auch eher zufällig deswegen beschuldigt wird, der muss mit dem Schlimmsten rechnen, Todesstrafe oder das langsame Sterben in einem dieser Arbeitslager.
Die Zustände dort, das berichten Überlebende, sind unbeschreiblich grausam, jeden Tag müssen die Gefangenen von morgens bis abends Schwerstarbeit leisten, außer einem kleinen Teller Geteidesuppe gibt es nichts, der extreme Hunger führt dazu, dass die Insassen Insekten und Pflanzen essen, um nicht an Unterernährung zugrunde zu gehen.
Ihre Körper verwandeln sich in abgemagerte Skelette, die ganz krumm werden von der täglichen Belastung, auch die Zähne ihnen fallen aus, das Zahnfleisch wird schwarz. Sie besitzen nichts, außer einer einzigen Kleidung, keine Socken, keine Unterwäsche, Seife und Monatsbinden gibt es nicht. Ständig sind sie bedroht von Schlägen und Vergewaltigungen durch die Wärter, denen es ausdrücklich erlaubt ist, zu foltern und zu morden.
Hinrichtungen sind an der Tagesordnung, den Betroffenen werden Kiesel in den Mund gestopft und eine Kapuze übergezogen, bevor sie vor aller Augen erschossen werden. Wenn eine Frau dort ein Kind zur Welt bringt, wird es sofort getötet und wenn ein Gefangener Selbstmord begeht, werden seine Angehörigen zu hohen Strafen verurteilt.
Nicht nur mit dieser Methode, die ganze Familie zu ahnden, hält die Regierung ihre Bevölkerung in Schach, auch mit der raffinierten Mischung aus der Bedrohung durch ausländische Kräfte und dem Heilsversprechen auf inneres Massenglück, welches in den Aufmärschen von gedrillten Leibern zu opulenten Bildern medial zelebriert wird.
Diese nach außen getragene Selbstverherrlichung kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Volk seit Jahren an den Qualen der Mangelernährung leidet, weil es nichts gibt, der Alltag kaum funktioniert, weil oft kein Strom da ist und kein Wasser. Die Straßen sind meist menschenleer, dafür gibt es per Lautsprecher eine Dauerbeschallung mit Lobeshymnen auf den Geliebten Führer Kim Jong-il.
Wie ein Dompteur peitscht er die Angst in seine Untertanen, die Atmosphäre der latenten Gewalt verkörpern die überall lauernden Geheimdienste in diesem Zirkus des Horrors. Die Furcht vor dem Gulag ist allgegenwärtig, es kann jeden treffen in jedem Moment, keiner kann sich sicher sein, niemand entkommt der Willkür dieses Systems. Dazu gehört auch die im Verhältnis zur Bevölkerung zahlenmäßig größte Armee der Welt, die immer mal wieder im Stechschritt bis an die Zähne bewaffnet aufmarschiert, um die vermeintliche Geltung zu bestätigen.
Aber was so übermächtig zur Schau getragen wird, ist in Wahrheit in einem ziemlich desolaten Zustand, der Staat hat kein Geld mehr, um seine Diener zu bezahlen und um weiterhin im eigenen Luxus schwelgen zu können. Es müssen Devisen ins Land und das schafft man am besten mit Drohgebärden in Form von atomarer Aufrüstung. Damit erschreckt man die Welt und erpresst sich so wieder genügend finanzielle Zuschüsse, um nicht die Kontrolle zu verlieren.
Trotzdem ist das ganze System inzwischen so marode, dass es ohne die Unterstützung von außen in sich zusammenfallen würde, vor allem China steht nach wie vor dieser Schreckensherrschaft bei.
Der Rest der Welt kümmert sich wenig um das Elend der unterdrückten Menschen in Nordkorea, die Existenz des Gulag wird verschwiegen, man weiß es zwar, aber es ist ein Nicht-Thema, auch wenn ungefähr 200 000 politische Häftlinge davon betroffen sind. Wo bleibt der Aufschrei der Staatengemeinschaft bei einem solch maßlosen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

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