Adamas

In jedem Lebewesen wohnt die Sehnsucht, unbezwingbar sein zu können, keine Angst und keinen Tod zu erleiden. Und der Mensch glaubt, er könne diese Gesetze eines Tages aushebeln und das Unvermeidliche besiegen. Vielleicht schafft er das auch, indem er sich seines Körpers entledigt und sich selbst als eine Maschine aus metallenen Neuronen erzeugt, die ganz Geist ist und so die Erde verlässt, in eine Zukunft, die längst vergangen ist.

Doch wohin in diesem dunklen Weltall? Zu den Planeten aus Gold und Diamant?

Im Gepäck die Urknallverehrung und die Erkenntnis über die Beschaffenheit des Universums?

Die gigantische Schönheit des Kosmos macht seine Gleichgültigkeit nicht erträglicher. Hat die Natur uns unsere Existenz zwar ermöglicht, so bleibt sie jedoch ungerührt und herrisch unseren Kämpfen und Mühen gegenüber. Wir sind ihrer Willkür und ihren Launen ausgesetzt, dem planlosen Prozess, der kein Ziel zu kennen scheint, nur fortwährende neue Resultate.

Auch in uns weilt kein festes Wesen, keine wirkliche Identität, wir sind vielleicht nur das Ergebnis unserer uns hetzenden Dämonen, die uns sehend blind für das Kommende machen. Unser menschliches Auge hat die Welt durch unsere Beobachtung und Interpretation in ihrer Ordnung erst festgelegt. Eigentlich hat sie nichts Böses in sich, das Böse ist nur ein Phantom unserer Projektion und dadurch wird es zur Realität. Unser Denken hat es erweckt, als wir merkten, dass niemand schuldlos bleiben kann, denn jedes Tun hat immer unabsehbare Folgen.

In guter Absicht einem anderen zu schaden, bleibt ein Dilemma, welches nicht aufzulösen ist. Wir benutzen diese fatale Schwierigkeit, um unsere Kriege zu rechtfertigen. Und unsere Ohnmacht über unser Schicksal brütet den Hass aus, der uns in seiner Dynamik ständig elektrisiert. Angetrieben von Furcht hängen wir der Idee der Bekämpfung des absolut Bösen an und werden automatisch genau dazu verleitet.

Das Böse zu postulieren beraubt uns aber der Verantwortung, ein wahrhafter Mensch zu bleiben. Es macht den Krieg zum Erzeuger der Dinge, entlässt die eigene Vorstellung von einer Hölle in die Wirklichkeit und entfesselt die zerstörerischen Ideen, unbesiegbar zu sein. Den Zufall können wir im Zeitalter des alles vernichtenden Unfalls nicht als Freund begreifen, nichts lindert den Schrecken über die eigene Sterblichkeit. Um eine Auslöschung zu verhindern, codieren wir krankhaft unsere Realität in die Form der Mathematik, die den Schmerz nicht kennt und die alle Brücken in die Lebendigkeit abbricht.

Wenn wir das Leben auf diese Weise verlieren, nur noch aus Geist bestehen und auch der Tod nicht mehr leibhaftig sein will, wir uns durch uns selbst verlassen haben, sind wir dann erlöst oder in der endgültigen Katastrophe?

Das Echo aus unserem Gedächtnis zeigt uns den Weg zu den Elementen, in die letzte Energie der kleinsten Zeit. Eine Zahl, die nie nichts sein kann, denn auch die kleinste Zeit ist endlich.

Es bleibt ein Unbezwingbares, etwas Gutes?

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