Krank, Krieg, Krebs und Koma

Ist es zu begreifen, dass ein Mörder, der nur einen Menschen umgebracht hat, mit allen Mitteln verfolgt und dafür verurteilt wird, ein Staatsmann aber oder einer, der sich dafür hält, hunderte, vielleicht tausende Menschen ermorden lässt, nicht dafür belangt oder bestraft wird?

Dieser Regent erfährt dafür oft auch noch Achtung und Ehre und erhält zum Dank eine beständige Masche im Mantel der Geschichte.

Das soll nicht heißen, dass ein einzelner Mord nicht gesühnt werden soll, aber fast könnte man meinen, je mehr Leute man umbringt, umso weniger muss man sich vor einer Bestrafung fürchten.

Über den Mörder fällt die Meute wie ein Geier her, wie ein Küken schaut sie voller Bewunderung zum Staatsmann auf. Hörig und somit der Last des Eigensinns enthoben, läuft sie blind jubelnd in den toten Winkel ihres Gehirns. Immer weiter rast sie in ein Feindbild hinein und verrät das Glück ihrer Friedfertigkeit. Wie ein Kranker, der krank sein will.

Und wie krank sind erst diese Staatsmänner, die glauben, dass sie Entscheidungen über Leben und Tod fällen dürfen. Es ist eine Anmaßung, zu denken, sie allein dürften darüber bestimmen, wie die Welt auszusehen hat.

Einen anderen, der solche Gedanken äußert, würde man in die Psychiatrie einweisen, man sähe in ihm eine Gefahr für die Menschen und würde ihn für unzurechnungsfähig erklären.

Die Oberhäupter handeln aber dementsprechend, führen mal eben Kriege, opfern tausende von Menschen für ihre Schlachten. Eine ganze Maschinerie von Militärs und Waffen ist im Einsatz und verschlingt Unsummen an Geldern.

Das wird auch allgemein akzeptiert, und das Mitläufertum marschiert ungebremst in jegliche Falle.

Und ist der Krieg erst einmal im Gange, dann lässt er sich nur schwer wieder beenden. Er herrscht gnadenlos und jeder wird ein Sklave seiner zerstörerischen Macht. Ganz gleich, ob es sich um Sieger oder Besiegte handelt, die Wunden in den Seelen bluten weiter. In den nächtlichen Träumen tanzen die Geister der Barbarei ihren Hexentanz mit einem Hohngelächter, dass der innere Irrgarten nach neuer Mordlust schreit.

Wie Krebsgeschwüre fressen sich die Kriegserinnerungen durch die Generationen, doch die Fehler werden nur noch perfektioniert. Solange, bis die gesamte Zivilisation ins Koma fällt. In einen Dämmerschlaf, der alle Liebe und Menschlichkeit vernichtet hat.

Dann vegetieren wir in der ewigen Hölle, in der die Dämonen kichern:

„Das war´s! Was macht ihr auch so eine Scheiße!“

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