Die schwarze Katze im LHC

Da sitzt sie nun fest und wird im Kreis so weit gestreckt,

bis sie sich in den eigenen Schwanz beißen kann.

Ihre Pupillen sind geweitet wie schwarze Löcher,

die die sie umgebende Iris zum Flackern bringt.

Aus ihnen sprühen supersymmetrisch die Funken des Lichts

und zerstrahlen in ein Feuerwerk aus Elementarteilchen.

Deren Ordnung steht in den Worten der weisen Bücher

und in den Zahlen wie komplexes Mosaik,

die dem immer ein kleiner Teil nicht passen will.

Die Krümmung des Raumes nimmt die Eigenzeit mit auf Reisen,

um sich fortwährend in ihrer Ausdehnung selbst zu begegnen.

Magnetisch allein ist das pulsierende Leben,

das die gesamte Energie in der Schwebe hält.

Und doch zerfällt alles ins Kleinste,

immer nah am verschlingenden Nichts,

über das Nachtgesicht, die Null, hinaus in das Fernste.

Atlas trägt, ganz Gott, das schwere Gewölbe,

unter dem die tanzenden Sterne vergehen.

Draußen warten die Gehirne gespannt auf ihr eigenes Werk.

Die arme Katze bekommt vor Schreck einen Schluckauf

und gibt zaghaft Higgs-Laute von sich.

Doch sie weiß, dass sie unsichtbar bleibt,

schwarz auf dunklem Grund, die ewig launische Materie eben.

Nur ihre Augen leuchten ziemlich traurig.

Niemand wird bemerken, wie fantastisch es doch ist,

dass es der Katze überhaupt möglich ist,

sich in ihren eigenen Schwanz zu beißen.

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