Geld für Mugabe

Es war schon bestürzend zu erfahren, dass ein deutsches Unternehmen, der Münchner Banknotenhersteller Giesecke und Devrient, Spezialpapier zum Gelddrucken an den brutalen und größenwahnsinnigen Machthaber in Simbabwe liefert.

Da die Inflation dort zwei Millionen Prozent beträgt und täglich weiter steigt, ist das Geld in kürzester Zeit nichts mehr wert. Das bedeutet Hunger, Elend und Armut für die Bevölkerung in dem einst so reichen Land.

Mugabe hat es gründlich herabgewirtschaftet und sich selbst dabei maßlos bereichert. Auch seiner verschwendungssüchtigen Frau und seinen Getreuen dürfte es ziemlich gut gehen.

Und sie meinen, dass es ihnen zusteht, sie sind die Herrschenden, sie haben die Macht. Es ist ihnen egal, welches Leid das einfache Volk ertragen muss, dieses hat zu dienen und zu gehorchen.

Die Lektion der letzten Wahl will Mugabe nicht lernen, wozu auch, er hat jahrzehntelang das Zepter geschwungen und wird dies weiterhin tun, er kann nicht mehr anders, denn er hätte alles zu verlieren. Das Land gehört ihm, daran zweifelt er nicht, die letzte Wahl ist für ihn inakzeptabel, dieser Tsvangirai ein Aufrührer, der nur seinen Platz will, ein Zerstörer seiner Geltung und Autorität.

Und das Volk wagt es sogar noch, Tsvangirai zu wählen, also muss es zu seinem Schiedsspruch gezwungen werden. Mit Milizen wurden die Einwohner erneut zu den Urnen geprügelt, Banden gingen von Haus zu Haus und bedrohten diejenigen, die Mugabe nicht wählen wollten.

Angst und Schrecken hat Mugabe verbreiten lassen, nicht nur seine Militärs, auch von ihm bezahlte Jugendliche marodieren durch die Städte und Dörfer, misshandeln die Menschen, schikanieren und jagen sie, peinigen und vertreiben sie. Ihre Häuser werden zerstört und niedergebrannt, ein würdiges Leben ist unmöglich. Etliche wurden inhaftiert und in den auf die Schnelle errichteten Folterlagern gequält, auch vor Morden schreckt man nicht zurück. Zanu-Anhänger und MDC-Anhänger sind nun verfeindet und bekriegen sich. Auf allen Seiten wird es immer martialischer.

Verwüstet und kaputt sind die alten Seelen, zu lange haben sie gelitten und erduldet, enthemmt und hitzköpfig die jungen, sie kennen nichts anderes als Gewalt, Zwang und Rechtlosigkeit. Zudem haben die Leute im Land kaum Arbeit und auch Aids ist zu einem erheblichen Problem geworden.

Und jede Hoffnung auf Besserung und Frieden rückt in weite Ferne.

Welch ein Trauerspiel und die Welt schaut zu.

Die Afrikanische Union schafft es leider bisher nicht, sich gemeinsam dieser Verantwortung zu stellen. Sie wären in der Lage, die Tragödie in Simbabwe mit kluger Diplomatie zu beenden und einen unblutigen Kompromiss zu finden.

Der afrikanische Kontinent hat eine solche Energie und Kraft. Wenn sie nur wollten und alles endlich in eine konstruktive Richtung lenken würden. Aber sie legitimieren Mugabe immer noch als Staatschef. Anscheinend wollen sie seinen Wandel vom Freiheitskämpfer zum Diktator nicht wahrhaben, die Kolonialzeit steckt ihnen verständlicherweise immer noch in den Knochen.

Eine komplizierte Situation für den Westen und Sanktionen würden natürlich zum größten Teil die Bevölkerung treffen.

Aber dieser Schwierigkeit zum Trotz wurde für Mugabe pausenlos und zuverlässig frisches Geld nachgedruckt und geliefert, damit er seine Schergen für ihre repressiven Handlungen und den Terror entlohnen, sich Waffen besorgen und Loyalitäten erkaufen kann.

Und ausgerechnet aus dem beschaulichen München kommt das Geld.

Geschäftspartner dieser deutschen Firma genießen ein unbegrenztes Vertrauen und das Geschäft floriert zu allen Zeiten, mit jedem, der bezahlt. Außerdem druckt niemand so viele Euros wie dieser diskrete Banknotenhersteller.

Erstaunlich, dass es Mugabe überhaupt so willkommen war, hatte doch neulich einer seiner Regierungssprecher verlauten lassen, der Westen kann sich tausendmal aufhängen.

Oder sollen wir uns deshalb aufhängen?

Vor ein paar Tagen hat das Unternehmen Giesecke und Devrient die Lieferungen von Banknotenpapier nach Simbabwe gestoppt, auf Forderung der Bundesregierung, aber erst nachdem dieser Fall publik wurde.

Ein schaler Beigeschmack von Heuchelei bleibt.

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