Lichter

Vielleicht ist uns das, wovon wir glauben, es sei das Fernste, das Allernächste in uns.

Wenn wir in den Himmel schauen, sehen wir am Tage unsere eigene Blindheit, ein bewegtes graues und ein klares blaues Gewölbe.

Nichts dahinter können wir erblicken, zu grell und kraftvoll leuchtet uns ein einziger Stern, der uns das Augenlicht zu nehmen versteht, wenn wir sein Licht nicht achten.

Umso sehender macht uns die Nacht, wie Nadelstiche auf dunklem Boden glitzert uns eine Vergangenheit entgegen, als Zukunft getarnt, mit dem Versprechen, eine Ewigkeit zu sein, verheißungsvoll in Schönheit und grausam als eine Existenz ohne uns.

Das Schauen lässt uns denken, das Denken lässt uns schauen, immer tiefer in den Kosmos, den Lichtspuren folgend, ins Offene hinein, ins endgültige Urlicht.

Da, wo wir den Ursprung vermuten, die Unberührtheit, den Anfang aller Dinge und die Güte.

Wir können uns sicher sein, dass es die guten Gründe sind, die uns den Atem gaben, um mit der Sprache die Welt zu erzeugen, die uns umgibt und die in uns wohnt und diese wiederum nach außen trägt wie eine Welle aus Zeit.

Jeder hat seine Silhouette eines Bogens der Begrenzung auf Erden mit dieser tiefen Sehnsucht nach traumwandlerischem Dasein, in dem es keine Auslöschung mehr gibt, keine Furcht vor dem Bekannten und Unbekannten.

Eine endgültige Dunkelheit gibt es nicht, das lehrt uns das Firmament und das Schließen unserer Augen, wenn uns dort ein buntes Lichtermeer entgegen flimmert.

Aus diesem inneren Ort erschafft uns ein Schein, der uns glauben macht, uns in der Schwebe hält, uns manchmal die einfachsten Schritte verweigert.

Und doch hat die Weisheit Fuß gefasst in immer neuen Gewändern. Wir greifen nach diesem schweren Tuch, um nicht an unserer Unzulänglichkeit zu erfrieren.

Uns hält ein exaktes Gerüst von Konstanten, mit Wegen aus tanzendem Staub, der seine Gesetze aus Buchstaben und Zahlen kennt.

Wir bannen unser Umgreifen der Sachverhalte auf Stein und auf Papier, nunmehr spiegelt sich die Komplexität in unserer digitalen Vernetztheit wider.

Eine Entschlüsselung ist nicht vorgesehen, unser Unvermögen zeigt uns der ständige Gefährte Zufall, Freund und Feind.

Was würden wir auch tun, wenn wir alles wüssten, die Gnade zu leben wäre vielleicht nicht mehr möglich.

Unser hiesiges Leid könnte so als Trost verstanden werden.

Unsere Gedanken sind der Dynamik der Himmelskörper so ähnlich, Lichter, die sich verketten und auseinander treiben. Wie Galaxien rotieren sie im Raum, Strukturen aus Sinn und Unsinn, Sterne werden täglich geboren, andere fallen in sich zusammen, einige leuchten unheimlich, wieder andere explodieren und verschenken ihre Kraft, manche scheinen fast farblos.

Düster lauern die schwarzen Löcher, zeigen uns den Abgrund in die Bedeutungslosigkeit und verschlingen so manchen Willen.

Was zu sterben scheint, erzeugt genau dadurch einen Leuchtpunkt der Wiederkehr in seiner Ausdehnung zur Vollendung.

Zusammen hält alles eine dunkle Energie, ohne sie würden die Feuerräder zerstrahlen, uns strahlt sie in Form von Musik in die Welt.

Musik ist der sichere Beweis für das Göttliche, das uns trägt.

Unser All ist unser Gehirn, maßlos an Möglichkeiten, wie Blitze schließen sich unsere Sätze kurz, werden und vergehen wieder, Träume verweben sich mit Tatsachen.

Liebe ist die einzige Pforte, durch die man für einen kurzen Moment die ordnende Gewissheit erfasst und sehen kann, dass die gesamte Welt in nur zwei Hände passt.

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