Ort Himmlischer Frieden

By Juliane Catarina Rautenberg

Steine und Teer treten sie

mit ihren teuer beschuhten Füßen

aus allen Kontinenten

und schaler Bewunderung

für das aalglatte Wolkenkratzertum

neben der verknöcherten Unerlaubtheit

im Takt schreiten die Uniformierten

mit geleckten Stiefeln und blöden Hirnen

waffenstrotzend im Sicherheitswahn

gegen die zerschnittenen Pulsadern

des Rufes nach eigenem Recht

das alte schwarze Blut trocknet

weiter im Kerker der Vergessenen

doch die Angst lagert unter dem Pflaster

der Lavastrom der Revolte ist nicht versiegt

es kriechen die Spukbilder der Panzer

über die lichtblauen Mattscheiben

am verordneten Frohsinn vorbei

hinein in die schuftenden Leiber

mit den versiegelten Blicken

für das Unerreichbare hinter Glas

Fesseln werden fortwährend mit Brutalität

in die Gedanken gepeitscht

sie diktieren die süße Zukunft für alle

als ein gnadenloses Versprechen

um die Windschiefe der Herrscher

mit ewiger Geltung zu bemänteln

die Rechtfertigung dafür glotzt

über den nackten ungerührten Platz

zur eigenen Leiche hinüber

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